Schplockflaute trotz Linguistikleben

31. März 2010

Eigentlich sollte man denken, dass ich momentan vor Schplock-Ideen geradezu übersprudle – immerhin bereite ich gerade elf verschiedene und extrem spannende Prüfungsthemen vor1. Aber nix da, jeder Versuch, darüber zu schreiben, artet in zähe, enzyklopädisch-belehrende Abhandlungen aus.

Dann war Chomsky in Mainz, da könnte man ja auch was drüber schreiben – oh, aber er war so uninspirierend und hat all das gesagt, was man so kennt und was einen nach den faulen Tomaten greifen lässt. (“The Minimalistic program is just an effort to show what’s true is true”, “You don’t have to learn the syntax and semantics [of foreign languages] because it’s there already”, “The entire study of language for 2500 years is kind of off track”) Und dann klumpten sich massenweise Leute hinterher auch noch um ihn herum zusammen und ließen sich Autogramme geben. Peinlich.

Was ist noch passiert in meinem Linguistikleben? Ich war bei einer Projektvorstellung in der Mainzer Akademie der Wissenschaften für das geplante Digitale Familiennamenwörterbuch Deutschlands, was superspannend war. Das Wörterbuch soll alle Familiennamen Deutschlands erfassen und etymologisieren (inklusive denen fremdsprachiger Herkunft). Und online verfügbar sein. Und für Laien verständlich formuliert. Ooooh! Also ganz fest die Daumen drücken, dass es bewilligt wird.

Diese Woche war ich für drei Tage bei einem tollen Workshop zu Wort- und Silbensprachen in Freiburg. Übrigens interessant, wie die badische Identität in Freiburg immer und überall betont wird – da wird man auf einem Plakat an der Uni Willkumme geheißen, auf der Speisekarte gibt’s Brägele (Brägili) und Schäufele (Schiifili), und Versicherungsunternehmen und Banken bemühen sich um Werbesprüche, die irgendwo badisch beinhalten.

Da der Workshop ein sehr spezielles Thema hatte, lässt er sich kaum für’s Schplock ausschlachten. (Einen Lesetipp zum Thema hatte ich hier ja schon.) Einen großartigen Schweizerdeutschen Satz aus dem Vortrag von Beat Siebenhaar will ich euch aber auf keinen Fall vorenthalten: blitstststsu:g Übersetzungsversuche willkommen!

So, das nächste Mal hoffentlich etwas kohärenter. Bis dahin ein Verweis auf meine letztjährige Osterreihe.

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[Call for Papers] Speculative Grammarian

23. März 2010

Trey Jones vom Speculative Grammarian hat mir eine charmante, personalisierte Massenmail geschickt und mich drum gebeten, ein bißchen für den Speculative Grammarian zu werben. Das mache ich natürlich gerne, verdanke ich ihm doch einen Magneten und indirekt auch einen der ersten (sehr minimalistischen – in der Alltagsbedeutung natürlich!) Schplock-Beiträge.

Der SpecGram ist eine erstklassige Zeitschrift für satirische Linguistik, ein, wie Jones sagt, bedauerlicherweise sehr vernachlässigtes Gebiet. Das bedeutet aber auch, dass man hier sehr leicht an eine Publikation kommen kann – gesucht werden nämlich

… satirical and humorous articles, poems, cartoons, ads, and all sorts of other material—and no field within or related to linguistics is off limits.

Und hier etwas elaborierter:

SpecGram is seeking witty, erudite papers in satirical linguistics that demonstrate a comprehensive knowledge of the field of linguistics as a whole, a subtle wit, and a refined sense of written language. Preference is given to material that rouses the passions (not that kind, you hussy) and evokes the intellectual delight of the editors and publishers.

However, as those kinds of papers are pretty hard to come by, SpecGram is accepting papers that are moderately clever, can be edited into some passable form, and don’t rely too heavily on bodily function humor.

[...]

Material written in a language with a passing similarity to English is, for practical reasons, handled more quickly, but is in no way preferred.

Vielleicht hat ja jemand von Euch was in einer Schublade liegen? Oder Lust, was zu schreiben?

Hier ein paar meiner Lieblingsartikel aus dem SpecGram:

Wenn Ihr auch SpecGram-Lieblingsartikel habt, postet die Links dazu in den Kommentaren und nehmt damit die einmaligen Chance wahr, eine auf der Rückseite handsignierte Visitenkarte des SpecGram-Herausgebers aus meiner hochkarätigen Sammlung von Memorabilia zu gewinnen (verkleinerte Darstellung rechts, Magnete nicht enthalten).


Chomsky-SEO

19. März 2010

In letzter Zeit kommen superviele Leute zum Schplock, nachdem sie Chomsky Mainz gesucht haben – fasziniert habe ich festgestellt, dass das Schplock bei Googlesuchen danach zur Zeit an erster Stelle steht.

Das liegt nun aber, vermute ich, weniger an der großen Berühmtheit des Schplocks, als an meinem kreativen Titel: Chomsky in Mainz.

Wenn man sowas – im Gegensatz zu mir – absichtlich macht, wird es SEO genannt, Search Engine Optimization. Das bedeutet, dass eine Internetseite für Suchmaschinen optimiert wird, indem man ihr alle relevanten Informationen schnell und unverschnörkelt liefert.

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Freigieb- oder -gebig?

18. März 2010

Das, worüber das ich heute schreiben will, habe ich in meiner Schulzeit für eine reine Reclam-Eigenheit gehalten. In den Reclamheften stand nämlich immer freigebig, wo ich freigiebig erwartet hätte. Komischer Verlag.

Seither ist mir freigebig aber auch in anderen Kontexten begegnet, zuletzt im Wartezimmer in Geo (in der Januarausgabe war übrigens auch ein Artikel über Piraha/Dan Everett drin):

Wissenschaftler glauben, dass die Menschen freigebiger werden. ...

Was hat es damit auf sich? Habe ich mein ganzes Leben lang eine Form benutzt, die sonst keiner kennt?
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z.Zt. erkrankt

12. März 2010

Auf der Germanistik-Homepage der Uni Hamburg habe ich folgenden Hinweis gefunden:

z.Zt. erkrankt? Irgendwie kam’s mir komisch vor …

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