[Schplock trifft Lehre] Keiner mag Sächsisch

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16 Antworten zu [Schplock trifft Lehre] Keiner mag Sächsisch

  1. Die Karte weckt bei mir leidige Erinnerungen, wenn schonmal das gesamte Ostdeutschland als Sächsisch-Gebiet identifiziert wird. Und dann werd ich in Göttingen, der ich schon fast in Sichtweite der Ostsee lebe, gefragt, warum ich gar nicht sächsele… (Selbst in der Sprachwissenschaft!) Das tut weh, auch wenn ich an Sächsisch viel Sympathisches finden kann, spätestens seit der Leipziger StuTS :)

    • Kristin sagt:

      *hehe* Ist es Dir denn auch schon passiert, dass Du aufgrund Deines Familiennamens für einen Sachsen gehalten wurdest? :D

  2. reinholdotto sagt:

    Ich kenne Sächsisch/Thüringisch aus alten BRD-Zeiten: Das waren die Rentner-Omas aus der DDR, die in den Westen ausreisen durften und eher spießig auftraten. Daher meine negative Bewertung.

    Pfälzisch mochte ich als Mainzer früher auch nicht, aber mittlerweile übt dieser Dialekt eine merkwürdige Faszination auf mich aus.

  3. pacioli sagt:

    Sächsisch rockt.

  4. Ich frage mich ja auch, warum Bairisch immer so gut abschneidet, wenn man bedenkt, dass die Bayern und der Rest Deutschlands sich herzlich hassen (wenn man der Deutschlandkarte “Wer hasst wen?” aus dem letzten ZEIT-Magazin, Ausgabe 20/2012, glauben kann). Dialekt schön, Leute doof? Finde ich seltsam. Vielleicht meinen die ja auch den/die fränkischen Dialekt(e) (der in Deiner Übersicht gar nicht vorkommt, tsss (-; ), wenn sie Bairisch schreiben …
    DISCLAIMER: Ich bin Franke, also Bayer nur durch Besatzung, und die im ZEIT-Magazin verzeichnete Abneigung dieser beiden Gruppen kann ich bestätigen.

    • Nachtrag: Die Karte ist hier online.

    • Kristin sagt:

      Mir isses auch ein Rätsel, außer sie bewerten sich im Schnitt einfach waaahnsinnig viel besser als andere DialektsprecherInnen sich. (Aber hier hatten wir ja positive Fremdbewertungen.)
      Danke für die Karte!
      Fränkisch kommt nicht vor, weil das niemand angegeben hat. War ja keine Auswahlmöglichkeit, sondern eben das, worauf die Leute von selbst gekommen sind. Die Bairischmarkierungen sind ähnlich großzügig wie die Sächsischmarkierungen, d.h. sie umfassen oft das ganze Bundesland, ohne Rücksicht auf Fränkisch und Schwäbisch.

  5. Michael Allers sagt:

    Als Wessi-Kind in den 1960-ern fand ich Sächsisch exotisch und ganz drollig. Später war es in der Tat sowas wie der Staatsdialekt der DDR (“Niemand had die Absichd, eine Mauer zu errichdn!”). Auch der Saarländer Honecker bemühte sich doch eher schlecht als recht, sächsisch zu klingen.
    Heutzutage, wo man weiß, dass es in Sachsen genauso viele nette Menschen gibt wie anderswo, stören einen rein subjektiv-ästhetisch nur noch die gnadenlos überinszenierten Vokale. Nichts gegen Vokalreichtum; ich mag z.B. Türkisch. Aber bei den Sachsen sind Vokale m.E. nicht nur zentralisiert, sondern sie werden geradezu melodramatisch ausgewalzt. Legendäres Beispiel, mangelns IPA-Kenntnis in ordinären Buchstaben: der Maschndroahdzäaun.
    BTW: Gibt es überhaupt IPA-Zeichen z.B. für das sächsische O, das lautlich irgendwo zwischen O und Ö angesiedelt ist
    (? la Bal?ma blanca)?

    • Kristin sagt:

      Klar, IPA gibt es für alles, das scheitert nicht am Sächsischen! Isses vielleicht der hier: [ɞ]? Hörbeispiel.
      Diphthonge per se sind eigentlich kein Alleinstellungsmerkmal des Sächsischen, ich kenne mich leider zu wenig aus, um zu wissen, ob es da ganz charakteristische gibt. Vielleicht schaut ja mal ein Muttersprachler mit Phonologiekenntnissen vorbei? (André?)

      • Michael Allers sagt:

        Danke, genau dieses lustige [ɞ] meinte ich. Dass aus einem einzelnen Vokal ein Diphthong (oder aus einem Diphthong ein Triphthong) gebildet wird, kenne ich z.B. aus dem Englischen (no) und vereinzelt dem Niederdeutschen (jou). Aber Beispiele aus anderen deutschen Dialekten fallen mir partout nicht ein.

        • Kristin sagt:

          Nicht gebildet, aber aus dem Mittelhochdeutschen bewahrt: z.B. alemannisches [ɪə] wie in Brieder ‘Brüder’, [ʊə] wie in gued ‘gut’.

  6. Maddin sagt:

    ich hab mir ma den text janz oben of sächsisch durch je lesen und das rock noch viel mehr :-))

  7. suz sagt:

    Weil aus Bayern ja auch die unbedingten Politsympathieträger kommen… – zu Punkt 1. *scnr*

  8. als dresdner sachse weiß ich, daß es keine guten oder schlechten dialekte gibt, sondern nur politisch bedingte auf- oder abwertungen. im kabarettsächsisch wurden zudem untypische laute entwickelt, wie zum beispiel das röchel-ööehhr. doofe leute gibt es überall, da kann ich mir zum beispiel auch einen naiven berliner gut vorstellen. nochmal ganz klar, sprache und macht bedingen sich. es geht um identität. jeder mensch sollte seine herkunft achten und doch offen für andere maßstäbe sein. alles an seinem platz, je nach kommunikationsgruppe. darum bin ich auch aktiv bei europa-demokratie-esperanto.

  9. DaW sagt:

    Ich muss sagen, dass ich aus einem ähnlichen Grund Bayerisch überhaupt nicht mag: ich assoziiere es stets und ausschließlich mit CSU-Politikern, es fehlt völlig an positiven Erfahrungen mit diesem Dialekt. Sächsisch hingegen ist cool, und das dachte ich schon, bevor ich nach Dresden gezogen bin. Und als gebürtiger Berliner freue ich mich besonders, dass “Berliner” hier auch “Pfannkuchen” heißen. :)

    Apropos, was ich mich schon länger frage: wieso gibt es zwischen Halle und Leipzig eine so harte Dialektgrenze? Die Städte sind ja gerade mal 30 km voneinander entfernt, dialektmäßig trennen sie aber Welten. An der brandenburgisch-sächsischen Grenze (z.B. in Hoyerswerda, Elsterwerda) kann man hingegen Abstufungen vom Berlinerischen ins Sächsische beobachten.

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