[Schplock trifft Lehre] Rheinfränkisch

10. April 2012

Dieser Artikel ist ins neue Sprachlog umgezogen und ab sofort hier zu finden!


Blogspektrogramm (11) & Krams

19. März 2012

Das elfte Blogspektrogramm ist da! Diesmal ist es bei Michael im Lexikographieblog zu finden, wie immer gibt es eine ganze Reihe verfolgenswerter Links.

Aus dem Schplock ist diesmal nichts dabei – mein Februar war leider sehr voll. Aber ich war doch ein bißchen blogbezogen aktiv: Ich habe tatsächlich mal Anatol (und endlich wieder Suz) getroffen, das war aber nun wirklich an der Zeit und sehr unterhaltsam. Wusstet Ihr übrigens, dass die FU eine U-Bahn-Haltestelle hat, die aussieht, wie aus dem Europapark? Ich habe sehr gelacht und komme mir in Mainz jetzt total kosmopolitisch vor.

Alle bisherigen Blogspektrogramme im Überblick:


Blogspektrogramm (10)

15. Februar 2012

Diesen Monat gibt es mal wieder ein Blogspektrogramm bei mir: Die Januarausgabe beinhaltet eine Menge verfolgenswerter Links aus der Sprachwissenschaft!

Weil Anatol, Suz, Michael und ich im Januar ganz furchtbar mit dem Anglizismus des Jahres beschäftigt waren und wenig anderes gebloggt haben, haben die drei mir statt (oder zusätzlich zu) ihrem eigenen Link auch noch etwas geschickt, das sie im Januar gelesen haben und empfehlendwert fanden.

Michael vom Lexikographieblog empfiehlt Joachim Grzegas Sammlung von Sprachspielen aus den Pumuckl-Hörspielen und -Filmen. Sind echt ganz schöne dabei, hier zum Beispiel macht der Kobold sich Gedanken zu unikalen Morphemen: “Was ein Buch ist, das weiß ich ja, aber was ist – was ist eigentlich ein Stabe? Du du, ich will Staben lernen; Buchstaben und Zeitungsstaben und alle Staben die es gibt.”

Kilian, der Intendant des Texttheaters analysiert einen philosophischen Artikel von Byung-Chul Han, Den Rest des Beitrags lesen »


Anglizismus des Jahres 2011: Shitstorm

13. Februar 2012

Ihr habt es auf dem ein oder anderen Weg bestimmt schon mitbekommen: Der Anglizismus des Jahres 2011 ist gewählt! Auf den ersten Platz hat es Shitstorm geschafft, zu dem anderswo schon viel geschrieben wurde (Laudatio, AdJ 2010, AdJ 2011) und das auch der Favorit des Publikums war.

Den zweiten Platz hat Stresstest gemacht (Besprechung im Sprachlog). Das war auch einer meiner Top-3-Kandidaten (unter uns gesagt, der topste davon), und weil bisher quasi alle Medien meine Begründung dafür bis zur Unkenntlichkeit verkürzt haben, kriegt Ihr sie hier in voller Länge. Nicht furchtbar kreativ, aber komplett:

Die Bildung gefällt mir besonders gut, weil das Wort auf den ersten Blick gar nicht so fremd aussieht: Sowohl Stress als auch Test sind schon lange bestens integriert. Dass das Kompositum, neben älteren Bildungen, neu entlehnt wurde, wird an der Verwendung im Sinne von ‘Überprüfung der physischen Belastbarkeit’ deutlich. Dabei hat das Simplizium Stress diese neue Bedeutung (noch) nicht angenommen, sie bleibt auf das Kompositum beschränkt.
Ein leichtes Minus muss das Wort bezüglich der semantischen Lücke in Kauf nehmen: Den extrem ähnlichen Belastungstest gab es bereits. Die Motivation für die Entlehnung dürfte damit eine andere gewesen sein.

Der dritten Platz ist mit circeln besetzt, ein Kandidat, dem ich, ganz ehrlich, gar nichts abgewinnen kann. Andere schon. Hm, wer weiß, vielleicht überrascht er mich ja eines Tages doch noch positiv.

So, das war’s für 2011. Hat Spaß gemacht, war aber auch eine Art ganz persönlicher Stresstest. Was Euch anbelangt: Gehet hin und entlehnet neue Kandidaten für den AdJ 2012!


[Veranstaltungstipp] Einladung zur STaPs

2. Februar 2012

Ihr Lieben, heute ein Veranstaltungstipp für alle unter euch, die über irgendwas mit Linguistik promovieren: Ende März (30./31.) findet an der Uni Luxemburg
die erste STaPs
(Sprachwissenschaftliche Tagung für Promotionsstudierende)

statt. Ich freu mich schon total!

Die Grundidee ist, sich in einer lockeren Runde zu treffen, zu erzählen, woran man grade arbeitet und welche Probleme man so damit hat und mit den anderen darüber zu diskutieren. Es geht also nicht um die Präsentation fertiger Ergebnisse oder komplexer Details, sondern darum, sich Anregungen zu holen. Die STaPs ist offen für alle Richtungen der Linguistik, wichtig ist das Interesse am Austausch.

Zusätzlich soll es noch kleine methodische Workshops geben, z.B. zur Arbeit mit Praat oder bestimmten Korpora etc. Das hängt natürlich sehr von den Teilnehmenden ab, also mal schauen, und natürlich kriegen wir auch einen kleinen Einblick in die Forschung an der Uni Luxemburg.

Ein Tagungsbeitrag wird nicht erhoben, man muss also nur für Anreise, Übernachtung (z.B. in der Jugendherberge) und Verpflegung sorgen.

Wer auf der STaPs was erzählen will, sollte bis zum 15.2. ein Abstract an das lokale Orgateam schicken. Anmelden kann man sich noch bis zum 1. März. Ach ja, eine Facebookgruppe haben wir auch.


Zur Erlustigung was über frühneuhochdeutsche Grammatikschreibung

6. Januar 2012

(Hinweis: Die orangen Passagen wurden nachträglich geändert/hinzugefügt.)

Hach, wie schön es sich über Sprache schwärmen lässt … hier aus Der Hóchdeutsche Schlüszel zur Schreibrichtigkeit oder Rechtschreibung (Samuel Butschky, Leipzig 1648), weitgehend wortwörtlich von Herrn Schottelius geklaut:

Sehr wohl vergleicht Herr
Schottel / unsere Hóchdeutsche
Haupt= und Heldenspráche / einem
ansehlichen/fruchtbringendenBau=
me / welcher seine saftreiche Wur=
tzeln/ tief in den Erdbóden / und da=
rinn weit ausgestrekt / also / daß er
die Feuchtigkeit / und das Mark der
Erden / vermittels seiner äderlein/
an sich zeucht ; seineWurtzeln/durch
ein fruchtreiches saftiges Naß /
zeucht ‘zieht’
durchhärtet/tauerhafft macht / und
sich selbst in die Natur einpfropffet:
Denn die Wurtzeln / und saftige
Stamwörter / unserer Spráche /
haben den Kern/und das Mark/aus
der Vernunft gesogen / und sich auf
die Hauptgründe der Natur ge=
stammet: ihren Stamm aber lassen
sie hóch empor ragen ; ihre Zweige/
tauerhafft ‘dauerhaft’
und Reiserlein / in unaussäglicher
Menge/ in steter Gewißheit / wun=
dersamer mannigfaltigkeit / und an=
sehlicher Pracht heraus wachsen /
also/daß die Erlustigung an diesem
Wunderstükke / könne stets völlig/
Reiserlein ‘Ästchen’
und die Genüßung dero süssesten
Früchte / unendlich seyn.
Genüßung ‘Genuss’

Viel Blabla? Die ganze Baummetapher klingt zwar sehr abgedreht, aber wenn man genau hinliest und nachschaut, wovon im Text drumherum die Rede ist, wird klar, dass Wurzeln, Stamm, Äste und Reiser den Komplexitätsgrad von Wörtern bezeichnen. Den Rest des Beitrags lesen »


Blogspektrogramm (7) + Anglizismus des Jahres 2011

15. November 2011

Im Lexikographieblog ist heute das nagelneue Blogspektrogramm Nr. 7 erschienen! Wer also was zu lesen braucht, zum Beispiel weil es hier im Schplock seit einer ganzen Weile nur wenig Neues gibt, möge sich schnellstens hinbegeben! Suz erklärt, was eine Metonymie ist, und warum die Ganzwörtlichnehmer danebenliegen, Kilian sammelt Wörter, die ähnlich klingen aber Gegensätzliches bedeuten, Dr. Bopp wagt sich, ausgehend von am (l|L)achen sein, an eine Analyse der Verlaufsform, Anatol hat ein altes Anatomiebuch ausgegraben und macht sich mal wieder Gedanken zum Busen und Michael selbst schaut sich die Namen an, die man für das Buchstabieralphabet verwendet – mit spannenden Ergebnissen!

Bisherige Blogspektrogramme:

Mit der Beitragsarmut im Schplock wird’s hoffentlich wieder besser – sie hat damit zu tun, dass ich seit diesem Semester so viel Linguistik für Studierende erklären muss, dass ich kaum noch Zeit habe, mir was für den Rest der Welt zu überlegen. Jetzt geht’s aber bald wieder los mit dem Anglizismus des Jahres 2011, den Anatol schon angekündigt und der diesmal auch eine eigene Internetseite hat, wo man munter nominieren kann. Ich bin wieder in der Jury und werde bestimmt zum ein oder anderen Kandidaten was posten. Auch einen Rückblick auf das weitere Schicksal der Nominierungen, die ich mir letztes Jahr hier angeschaut habe, ist schon seit längerem geplant.


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