[Videotipp] Affen, Kleinkinder und Kommunikation

22. Februar 2010

Sooo, ich bin schon mit einem Bein aus der Tür, denn morgen geht’s in aller Frühe zur DGfS-Jahrestagung nach Berlin. Juhu!!!
Damit euch in der Zwischenzeit nicht langweilig wird, gibt’s einen kleinen Videotipp (mit Dank an Memo).

Michael Tomasello, dem es sich immer zuzuhören lohnt, sprach 2006 in Paris in einer vierteiligen Vorlesungsreihe über Kommunikation und warum sie bei Menschen so anders ist als bei Menschenaffen. Technisch versierte Leute haben es aufgezeichnet und online gestellt. Naja, vielleicht nicht ganz so versiert, denn das erste Video hat leider eine ganz schlechte Klangqualität, das vierte ist auch nicht ganz so doll.

Es gibt viele lustige Videos von Affen und Kleinkindern und viele lehrreiche Erkenntnisse über die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen den beiden.

Hier geht’s zur Übersicht der Videos, hier finden sich auch noch kurze Inhaltsangaben.

Wer sich für das Thema zwar interessiert, aber dazu keine englischen Videos angucken mag, kann ja mal einen Blick in dieses (für Laien anspruchsvolle!) Buch werfen:

Michael Tomasello (1999): Die kulturelle Entwicklung des menschlichen Denkens. Aus dem Englischen übersetzt von Jürgen Schröder. Frankfurt a.M.: Suhrkamp.


		
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Die Schwilis in Georgien

20. Februar 2010

Dieser Artikel ist ins neue Sprachlog umgezogen und ab sofort hier zu finden!


*arrrrg*

19. Februar 2010

Da ich kein Blog besitze, in dem ich mich über sexistische Werbung aufregen kann, muss ich kurz das Schplock zweckentfremden. Hieran laufe ich täglich vorbei:

Ich hätte mich fast auf das Plakat übergeben. Es stammt übrigens von einem Augenoptikerverband namens SWAV – dem gehe ich gleich mal schreiben, der freut sich sicher über Post.

Danach hab ich dann hoffentlich ein Adrenalinlevel, das zulässt, dass ich den nächsten wirklich sprachbezogenen Beitrag schreibe. Es wird um Familiennamen gehen, aber nicht um deutsche …


Sind Sie ernsthaft eine Frau? Eigennamen und Geschlecht

15. Februar 2010

Ich habe heute ein Onlineformular ausgefüllt. Als alles fertig war, klickte ich auf “weiter”, aber es gab da ein Problem …

Da steht: “Stimmt die Anrede mit dem Vornamen überein?”, das Formular scheint ernsthafte Zweifel an meiner Weiblichkeit zu haben.  Aber warum nur? Den Rest des Beitrags lesen »


[Veranstaltungstipp] 47. StuTS

8. Februar 2010

Ich habe heute schon zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage von der Mainzer StuTS geträumt. Albgeträumt, um genau zu sein. In Traum 1 war es Mittwoch, der 12. Mai, und es gab genau eine Anmeldung. In Traum 2 hatten wir, immerhin, 35 Anmeldungen, aber keine Vorträge und keine richtige Unterkunft. Wir mussten eine portable Dusche auf einem Grünstreifen aufstellen und alle 35 Teilnehmer wurden bei Armin zuhause (er wohnte in einem Hochhaus in Wiesbaden) einquartiert. Die Leute aus dem Orgateam werden unsere momentanen logistischen Probleme schnell erkennen …

So, was aber ist die StuTS? In ihrer Langform heißt sie “Studentische Tagung Sprachwissenschaft”, und das sagt schon das meiste: Studierende aus dem gesamten deutschsprachigen Raum (und manchmal auch darüber hinaus) treffen sich jedes Semester für vier Tage an einer anderen Uni und tauschen sich über das aus, was sie so beschäftigt. Es ist eine Mischung aus Wissenschaft und Klassenfahrt, will sagen: großartig. Und im Sommersemester 2010 findet die StuTS in Mainz statt: vom 12. bis 16. Mai.

Wir sind seit letztem Sommer wie wild am Organisieren – das Geld läppert sich so zusammen, die Unterkunft sträubt sich noch ein wenig, das kulturelle Programm sieht vielversprechend aus und einen spannenden Gastvortrag haben wir auch schon. Und seit kurzem kann man sich tatsächlich anmelden: Hier. Wir freuen uns auf viele alte und neue Gesichter, und natürlich muss man nicht unbedingt Linguistik studieren, auch mit Interesse an Sprachwissenschaft im Rahmen anderer Fächer (z.B. Anglistik, Germanistik, …) wird man auf der StuTS eine Menge Spaß haben.

Wer vorher mehr Infos will, schaut am besten auf unserer Homepage vorbei, oder auf der allgemeinen StuTS-Seite, oder befreundet sich mit der 47. StuTS bei Facebook (auch als Veranstaltung) und im StudiVZ (da gibt’s auch eine Gruppe).

So, ich hoffe ich kann jetzt wieder ruhig schlafen.


[Surftipp] Sprachlog

4. Februar 2010

Den Umzug und die damit einhergehende Umbenennung des Bremer Sprachlogs will ich zum Anlass für einen schnellen Linktipp nehmen – wer das Bremer Sprachblog nicht kannte, der sollte jetzt auf jeden Fall das Sprachlog kennenlernen.

Anatol Stefanowitsch, Professor für Englische Sprachwissenschaft an der Uni Bremen, liefert seit ziemlich genau drei Jahren Hintergrundinformationen und Meinungen zu sprach(wissenschaft)lichen Themen. Die Auswahl ist mir manchmal etwas zu VDSlastig – skurrile Pressemitteilungen über die Zerstörung der deutschen Sprache durch Anglizismen zu sezieren hat sicher seine Berechtigung, aber mir persönlich gefallen die weniger kämpferischen Beiträge besser. Glücklicherweise sind davon auch eine ganze Menge vorhanden.

Was das Sprachlog zudem spannend macht, sind die Diskussionen in den Kommentaren – da gibt es einen richtigen Meinungsaustausch, der oft wirklich interessant zu lesen ist. (Jetzt mal davon abgesehen, dass viele Kommentatoren mittlerweile darauf konditioniert zu sein scheinen, bei jeder Gelegenheit Häme über den VDS auszuschütten.)

Wer noch nie im (Bremer) Sprach(b)log gelesen hat, dem möchte ich hier ein paar meiner Favoriten nahelegen:

  • Wortarten Teil 1 | Teil 2 – warum es nicht sinnvoll ist, Wortarten nach ihrer Semantik zu benennen (was Terminolog- und Pädagogisches)
  • Schneeschuhknüpfer und Alemannen – woher Volksbezeichnungen stammen können und wie Deutschland in anderen Sprachen heißt (was Etymologisches)
  • Schweizer und Deutsche machen Sinn – wie “Sinn haben” und “Sinn machen” in Deutschland und der Schweiz verteilt sind (was Korpuslinguist- und Statistisches)