[Veranstaltungstipp] StuTS-Werbung die 2.

28. April 2010

Das Schplock muss momentan etwas Hunger leiden, denn erstens schreibe ich nächste Woche Donnerstag meine Magisterklausur und zweitens planen wir wie verrückt die 47. StuTS, die in der Woche darauf stattfindet (12.-16. Mai). Dafür möchte ich hier auch noch einmal werben. Die StuTS, oder lang „Studentische Tagung Sprachwissenschaft“, findet jedes Semester an einer anderen Uni statt und bietet Studierenden einen Einblick in das, was andere Linguistikinteressierte so machen – und neben Vorträgen und Workshops gibt es natürlich auch jede Menge Freizeitspaß wie z.B. Stadtführungen, eine Kneipentour, einen Grillabend und eine Party.

Wir haben diesmal enorm viele Vorträge und Workshops. So kann man auf der StuTS unter anderem ein bißchen in die Deutsche Gebärdensprache hineinschnuppern, ägyptische Hieroglyphen lernen, erfahren, ob Tolkiens Kunstsprache Quenya typologisch dem europäischen „Durchschnitt“ entspricht, hören, wie man Feldforschung in Russland macht und die Aufnahmen in einem Audiokorpus erfasst, herausfinden, ob Deos für Männer anders heißen als für Frauen und man kann drüber diskutieren, ob die EU eine romanisch basierte Kunstsprache als Verständigungssprache braucht (ich würd ja sagen: nee).

Außerdem werden Miniführungen durch das neurolinguistische Labor und das DFG-Projekt Deutscher Familiennamenatlas angeboten und die Mainzer Linguistik stellt sich vor. Und nicht zu vergessen: Im Gastvortrag spricht Dr. habil. Marion Grein über Komplimente in verschiedenen Sprachen und Kulturen, z.B. „Du bist aber dick geworden!“

Noch kann man sich für die StuTS anmelden, 15 Euro Teilnahmegebühr für MainzerInnen, 20 für Auswärtige (enthalten sind Unterkunft (auf Schlafsack & Isomatte), Frühstück, Kaffee, Busticket (nur noch bis Montag), Stadtführung und einige Freigetränke auf der Party).

Ich würde mich riesig freuen, neben suz noch weitere Schplock-LeserInnen auf der StuTS zu sehen! Das wird ein Spaß!

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Über ubër

24. April 2010

Kürzlich bin ich auf einer englischen Internetseite auf das Wort ubër gestoßen und habe danach festgestellt, dass die Schreibung im Internet nicht gerade selten ist.1 Da gibt es das Ubër high mileage MPV, den ubër ubër cheap stuff, die Ubër Bingo Oscars, die ubër-corporation Google und sogar Ubër uns in der deutschen Version einer tschechischen Seite. (Weitere ubërs in deutschen Texten …)

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[Surftipp] Language Log und der Eyjafjallajökull

17. April 2010

Dieser Artikel ist ins neue Sprachlog umgezogen und ab sofort hier zu finden!


FIL SBASANDAINEN GEBUASTAK

7. April 2010

Ich war zu Ostern bei meinen Eltern und habe sie natürlich immer heimlich belauscht und mir badische Dialektphänomene aufgeschrieben. Was ich aber auch getan habe: mir meine Bildersammlung aus der Kindergartenzeit angeschaut. Weniger wegen der Bilder, als vielmehr wegen der Schrift. Und oh, was ich da für Schätze gefunden habe! Folgendes Schreiben ist auf ein halbes Jahr vor meiner Einschulung datierbar:
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Einhällig und aufwendig

4. April 2010

Ich habe eben einen (übrigens ausgezeichneten!) Blogbeitrag von Anatol Stefanowitsch zum iPad gelesen und darin folgende Schreibung entdeckt:

Schon damals habe ich mich darüber gewundert, dass die Presse hier so einhällig einen Humor pflegt (oder aufgreift), der auf der krampfhaften Suche nach anstößigen Doppeldeutigkeiten beruht und der mir seit der sechsten Klasse nicht mehr begegnet ist.

Ein großartiger Satz, ganz nebenbei. Mir geht’s aber um das <ä> in einhällig. Das ist zwar ein Rechtschreibfehler, aber er deutet auf etwas spannendes hin: eine gelehrte Volksetymologie, denn hier wurde einhellig wahrscheinlich an hallen angeschlossen und entsprechend mit <ä> geschrieben.

In Wirklichkeit stammt’s vom althochdeutschen Verb hellan ‘tönen’. Das ist heute ausgestorben, an seiner Stelle hat sich hallen durchgesetzt, das seit dem 15. Jahrhundert belegt ist und vom mittelhochdeutschen Substantiv hal ‘Hall’ abgeleitet wurde (welches wiederum doch auf hellan zurückgeht, aber den Schlenker erspare ich euch lieber).

ä-tymologische Schreibung

Dass man Wörter an verwandte Wörter mit <a> anschließt und entsprechend <ä> statt <e> schreibt, ist eine beliebte Praxis. Ihr erinnert euch vielleicht dran, wie’s bei der Rechtschreibreform hieß, dass man jetzt <aufwändig> mit <ä> schreibt, weil es von <Aufwand> kommt und <Stängel> wegen <Stange>. Das Prinzip, das man damit verfolgt, heißt “Morphemkonstanz” – zusammengehörige Wörter sollen auch durch die Schreibung als solche markiert werden.

Das ist ganz deutlich bei den Umlautpluralen, wo man niemals <Hand> – <Hende> schreiben würde (aber durchaus mal getan hat), oder bei den Den Rest des Beitrags lesen »