Chaos mit „Zucchini“

31. Oktober 2010

Kürbisse vor Kürbissuppe

Ich habe mich diese Woche jahreszeitbedingt eine Menge mit Kürbissen beschäftigt.1 Siehe rechts. Dabei spukte mir immer wieder im Kopf herum, dass ja auch Zucchini Kürbisse sind. Das ursprünglich italienische Wort bedeutet in seiner Herkunftssprache sogar ‘kleiner Kürbis’, es ist von zucca ‘Kürbis’ abgeleitet.

Kurioserweise kann das Wort sowohl im Italienischen als auch im Deutschen maskulin und feminin sein. Den Rest des Beitrags lesen »


Sexismusverdacht

20. Oktober 2010

In letzter Zeit geraten immer wieder Leute her, weil es irgendwo eine (meist niveaulose) Debatte zu Sexismus gibt. Im Laufe ebendieser zaubert jemand die “dämlich kommt von Dame”-Behauptung aus dem Hut und prompt schreibt jemand anders: “Nein, dämlich ist nicht sexistisch, das kommt nämlich gar nicht von Dame!” Drunter dann ein Link zum einschlägigen Schplock-Beitrag.

Aber ist es so leicht?

Dass dämlich nicht von Dame kommt, ja klar – aber ist es deshalb auch definitiv nicht sexistisch? Den Rest des Beitrags lesen »


[Lesetipp] Der Geschichtenerzähler

12. Oktober 2010

Dass Mario Vargas Llosa den Literaturnobelpreis gewonnen hat, erinnert mich prompt an meine Semester in der Komparatistik. Ich denke das Seminar hieß „Interkulturelles Erzählen“, ich hielt dort mein erstes und (hoffentlich mit viel Abstand) grauenhaftestes Unireferat und ein Buch ist mir sehr, sehr eindrücklich in Erinnerung geblieben: „Der Geschichtenerzähler“ (span. „El Hablador“) von obgenanntem Llosa. Die Erzählung spielt in Peru, ganz besonders im Regenwald bei den Machiguenga und am besten man verrät vorher so gut wie gar nichts drüber. Der Schplock-Bezug? Das SIL kommt am Rande vor. (Eher unschmeichelhaft, wenn ich mich recht entsinne.)

Ich werde diese Erinnerung zum Anlass nehmen, das Buch endlich mal wieder zu lesen – will noch jemand? Dann würd ich gleich zwei Exemplare bestellen.


Wörter auf -nf

10. Oktober 2010

Vor einer Weile kam jemand mit der Suchanfrage

wörter mit endung nf

hierher. Offline könnte man so etwas mit einem sogenannten „rückläufigen Wörterbuch“ herausfinden. Aber was’n Stress!

Meine Online-Standardlösung in solchen Fällen ist canoo.net. Ging hier aber erstmal nicht, denn da muss man mindestens drei Buchstaben eingeben. Die Anfrage *nf führt zu “Bitte seien Sie genauer: Wildcards sind erst ab 3 Buchstaben erlaubt”. Wie nervig, es will ja keiner tausend (= 30) Abfragen mit *anf, *bnf, … machen!

Aber elexiko vom Institut für Deutsche Sprache ist kooperativ, es spuckt 15 Treffer aus. Sucht man sich davon nur die einfachen Wörter aus, schnurrt die Zahl derer auf –nf ganz schnell auf vier zusammen: Hanf, Senf, fünf und der Eigenname Genf. Sind das schon alle? Den Rest des Beitrags lesen »


Der Beitrag, wo von „wo“ handelt

6. Oktober 2010

André hat neulich angefragt, wo eigentlich die wo-Relativsätze verbreitet seien. Ihr wisst schon, die wo man mit wo bildet. Mir scheint, ziemlich weit. Über Grimms Wörterbuch habe ich einen Aufsatz von Weise (1917) gefunden, der als Hotspot den Südwesten angibt, also das Alemannische (auch in der Schweiz) inklusive Schwäbisch.

Aber auch anderswo findet es sich, zum Beispiel im Bairischen, Fränkischen, Ostfränkischen, Oberhessischen, Moselfränkischen und Lothringischen. Hui! Hier eine sehr ungefähre grafische Darstellung. Das orange Gebiet ist das, wo wo benutzt (wurde):

Allerdings sind die wo-Relativsätze nicht überall gleich stark verbreitet, in vielen Gebieten nehmen mache Sätze wo und andere was anderes. Leider habe ich dazu keine detailierteren, kartierbaren Angaben gefunden. (Ich habe aber auch nicht besonders zeitaufwändig gesucht.) Am konsequentesten bei der wo-Verwendung ist wohl wirklich das Alemannische.

Neben dem „langweiligen“ der/die/das (und dem kaum brauchbaren welcher/welche/welches) gibt’s in deutschen Dialekten übrigens auch noch Den Rest des Beitrags lesen »