Wir gedenken an den Tod von Jesus

21. April 2011

Spiegel online berichtet darüber, dass ein Pfarrer eine Todesanzeige für Jesus geschaltet hat und zur Gedenkfeier einlädt. So weit, so trivial. Allerdings ist der Text mit einem Bild der Anzeige illustriert, und das fand ich spannend. Da heißt es nämlich:

Wir gedenken an den Tod von

Jesus Ben Josef

genannt der “König der Juden”
*04 v. Chr. †34 n. Chr.

Das Verb gedenken in der Bedeutung ‘sich ehrfurchtsvoll erinnern an’ geht in meinem Kopf nämlich nur mit einem Objekt im Genitiv oder Dativ zusammen, also Wir gedenken des Todes von … oder Wir gedenken dem Tod von … Letzteres noch nicht ganz so salonfähig, aber ich prognostiziere gute Aussichten, weil wir generell Genitivobjekte abbauen. (Auch wenn sich der unsägliche Bastian Sick dabei im Grab umdr darüber geifernd ereifert.)

Erster Gedanke also: Man hat hier an denken oder die Wendung in Gedenken an gedacht und Konsequenzen daraus gezogen. Zweiter Gedanke: Stop! Wer weiß, das kann auch alt sein. Den Rest des Beitrags lesen »

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Haarige Sache

15. April 2011

So, JJ und radierer haben das Etymologiequiz perfekt gelöst! Ich hatte ja einen Preis mit Etymologiebezug versprochen (den jetzt einfach beide kriegen), was haltet Ihr von Olschanskys “Täuschende Wörter”? Und als Trostpreis für alle anderen Teilnehmer gibt’s einen Link zu SpecGrams EtymGeo™, wo man Städtenamen rauskriegen muss – absolut empfehlenswert.

Gut, Formalitäten geklärt, jetzt weiter mit der Nachbetrachtung ausgewählter Wortpaare:

Zopf und Den Rest des Beitrags lesen »


Zwei Auswüchse

13. April 2011

Das Etymologiequiz ist vorbei und ich will ein paar der Wortpaare in den nächsten Tagen noch ein wenig näher beleuchten. Los geht’s mit dem Daumen und seinem Partnerwort …

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Etymologiequiz

11. April 2011

Im folgenden Wordle habe ich sprachliche Verwandte durcheinandergeworfen – immer zwei Wörter besitzen eine gemeinsame Wurzel. Welche gehören euerer Meinung nach zusammen?


Die Verwandtschaft kann ziemlich weit zurückgehen, weshalb der Bezug bei den wenigsten offensichtlich ist. So würden, wären sie drin, Etat und Distanz zusammengehören, denn Etat kommt über frz. état aus lat. status ‘Zustand’, was zu stāre ‘stehen’ gebildet wurde und Distanz kommt von lat. distantia, einer Abstraktbildung zu distāre ‘voneinander wegstehen’, das sich aus dis– und stāre ‘stehen’ zusammensetzt.

Ich schalte die Kommentare mal auf “moderiert”, damit ihr eine Weile Zeit zum Rätseln habt, und gebe dann alle auf einmal frei. Hilfsmittel sind natürlich erlaubt, aber ich glaube es wäre sehr langweilig, dafür in den Kluge zu gucken – da habe ich die Wörter nämlich her. Für die schönste (Teil-)Lösung gibt’s einen kleinen Preis mit Etymologiebezug.

Update 13.4.: Ab sofort sind die Kommentare wieder freigeschaltet – wer noch selbst rätseln will, sollte also nicht reinschauen. Die richtigen Lösungen haben JJ und radierer gefunden, Respekt! Hier sind sie, ein paar Erläuterungen dazu folgen in den nächsten Tagen: Den Rest des Beitrags lesen »