[Unterschreibtipp] Rücktrittsforderung Koch-Mehrin

25. Juni 2011

Heute ein schneller Linktipp zum Unterschreiben. Mit der Causa Koch-Mehrin seid ihr sicher vertraut – sie hat in ihrer (stipendiengeförderten, Dank an suz) Doktorarbeit plagiiert und den Titel entsprechend verloren, hat dabei konsequent schlechten Stil bewiesen, ist von ihren politischen Ämtern zurückgetreten, aber Mitglied des Europäischen Parlaments geblieben. Als ebensolches sitzt sie jetzt im Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie (was für eine Ressortkombination …) des Europäischen Parlaments (und die aberkannte Promotion steht da noch im Lebenslauf, jippie).

Ich könnte es nicht besser formulieren als der Initiator der Rücktrittspetition, Anatol Stefanowitsch:

Nur wenige Tage später lässt sie sich zum Vollmitglied im Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie des Europaparlaments wählen [1, 2].

Nochmal langsam: Eine uneinsichtige akademische Hochstaplerin lässt sich wenige Tage, nachdem eine der ältesten und angesehensten Universitäten Europas ihr ihren Doktortitel entzogen hat, in einen Ausschuss des Europäischen Parlaments wählen, der Entscheidungen über Forschungsfragen trifft.

Nur, falls es jemand immer noch nicht verstanden hat: Deutschland wird im Forschungsausschuss des Europaparlaments durch eine überführte wissenschaftliche Betrügerin repräsentiert.

Das geht sowas von gar nicht. Die Frau muss da weg, und wenn ihr das auch findet, dann lege ich euch das Unterzeichnen der entsprechenden Petition sehr ans Herz (für den deutschen Text ein bißchen runterscrollen).

Das hat nun keinen ganz direkten Linguistikbezug, obwohl man mit etwas Zeit sicher einen herstellen könnte. (Seit Guttenberg will ich eigentlich schon was zu forensischer Stilanalyse schreiben, bin aber bisher noch nicht dazu gekommen.) Aber es hat Wissenschaftsbezug und ist mir deshalb sehr, sehr wichtig. Ich hoffe, euch auch!


Etymologiequiz die Zweite

16. Juni 2011

Dieser Artikel ist ins neue Sprachlog umgezogen und ab sofort hier zu finden!


Blogspektrogramm (2)

15. Juni 2011

Jetzt online: Das Blogspektrogramm für den Monat Mai (Was war das noch gleich?) mit sprach- und/oder linguistikbezogenen Lesetipps.


Von EHEC zu Ehec

7. Juni 2011

Mir ist heute aufgefallen, dass sich <EHEC> in <Ehec> verwandelt hat – und zwar enorm schnell. Man kennt das ja von anderen Akronymen wie <AIDS>/<Aids> oder aktueller <SARS>/<Sars>, aber da hat es, bilde ich mir ein, doch ein Stückchen länger gedauert und beide Schreibweisen sind üblich (bei AIDS) oder gar dudensanktioniert (bei SARS).

Bei der Suche nach Ehec im faz.net-Archiv zeigt sich, dass es mit der Anpassung sogar noch schneller ging, als ich dachte:

Absolute Zahlen <EHEC> vs. <Ehec> bei faz.net.

Schon am vierten Tag der Berichterstattung dominierte <Ehec>. Eine kluge Wahl, wissen damit dann doch auch die Fernsehlosen, dass man das Ding nicht E-ha-e-ze ausspricht. (Nein, ich war nicht die einzige in meinem Umfeld!) Andere Medien halten an EHEC fest, so z.B. die ARD mit der Tagesschau.

SARS hingegen Den Rest des Beitrags lesen »