Der vollkommene Englische Weg=Weiser für die Deutschen

27. Juli 2012

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Von Lauten und Buchstaben

26. April 2012

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Fremde Wörter, fremde Schrift

19. Oktober 2011

Beim Stöbern in alten Drucken stößt man immer mal wieder auf interessante Dinge. Recht bekannt ist ja die funktionale Schriftartenteilung:

Während gebrochene Schriften für den deutschen Text eingesetzt wurden, wurden in vielen Drucken Antiquaschriften (unsere heutiger Normalfall) für Fremdwörter benutzt. Ein willkürlich gewähltes Beispiel:

... im Colloquio zu Leipzig ... (1559)

Schon spannender wird es, wenn man sich anschaut, wo die Grenzen der Fremdwortmarkierung verlaufen: Was der eine Drucker klar erkennt, ist für den anderen nicht weiter bemerkenswert. So stehen hier zwei Fremdwörter nebeneinander, von denen nur das erste (Interims) als solches markiert wurde, während publication (oder auch in der Zeile drüber Adiaphoris) unmarkiert bleibt:

... erst nach des Interims publication vorgenommen worden ... (1559)

In diesem Text hingegen wurde satisfaction ‘Befriedigung’, das dem selben lateinischen Muster folgt, klar hervorgehoben:

... als in welchem Buche du völlige satisfaction finden würdest. (1712)

Interessant auch, dass hier der flämische Name Verheyen ebenfalls als fremd markiert wird. (Sein Buch, von dem im Textausschnitt die Rede ist, ist in der deutschen Übersetzung hier zu finden, der Herr ist dieser.)

Am besten sind aber die haarspalterischen Drucker. Das sind die, die bemerkten, dass an einem Fremdwort ja nicht alles fremd ist: Den Rest des Beitrags lesen »


Schschschschschschschschschsch

22. Juli 2011

Beim Herumlesen in frühneuhochdeutschen Texten habe ich eine charmante Betrachtung über das Graphem <sch> gefunden:

In: Der Hochdeutsche Schlüszel Zur Schreibrichtigkeit oder Rechtschreibung (Leipzig, 1648)

Wann das (ch) auf ein (s) folget/so wird ein grobzischender Laut daraus/daß es fast seltzsam ist / wie doch solche drey Búchstaben sich zu der zischenden Stimme gefunden haben ; weil weder einer alleine/noch sie zusammen solchen Tón zugében vermögen : werden demnach ausgesprochen wie das Hebraische ש, als: erfrischen/&c.

Das <sch> ist ein sogenannter “Trigraph”: Man benutzt drei Buchstaben, um einen bedeutungsunterscheidenden Laut (“Phonem”) aufzuschreiben. Das heißt man schreibt z.B. <Sau>, aber <Schau>, dabei werden beide Wörter nur mit jeweils zwei Lauten (einem Frikativ und einem Diphthong) ausgesprochen: /za̯ʊ/ und /ʃa̯ʊ/. Ähnlich geht es mit <ch> (<Bach>, gesprochen /χ/) und <ng> (<hängen>, gesprochen /ŋ/).

Und, wie klug bemerkt, andere Schriftsysteme machen keine derartigen Umstände. Das hebräische Alphabet hat das z.B. <ש> (das allerdings sowohl als [s] als auch als [ʃ] ausgesprochen werden kann), das arabische das <> und das kyrillische das <ш>. Und auch das lateinische Alphabet kann man prima anpassen, wie zum Beispiel das Rumänische mit <ș> zeigt.

Der Autor wunderte sich über die seltsame Schreibpraxis, mit <s>, <c> und <h> einen Laut aufzuschreiben, der sich nicht aus den dreien zusammensetzt. Das ist aber gar kein so großes Hexenwerk – in Wirklichkeit reflektiert sie eine ältere Aussprache. Unser heutiger Laut /ʃ/ kommt durch zwei Lautwandelprozesse zustande: Den Rest des Beitrags lesen »


Jido Fister Filly

5. Juli 2011

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Von EHEC zu Ehec

7. Juni 2011

Mir ist heute aufgefallen, dass sich <EHEC> in <Ehec> verwandelt hat – und zwar enorm schnell. Man kennt das ja von anderen Akronymen wie <AIDS>/<Aids> oder aktueller <SARS>/<Sars>, aber da hat es, bilde ich mir ein, doch ein Stückchen länger gedauert und beide Schreibweisen sind üblich (bei AIDS) oder gar dudensanktioniert (bei SARS).

Bei der Suche nach Ehec im faz.net-Archiv zeigt sich, dass es mit der Anpassung sogar noch schneller ging, als ich dachte:

Absolute Zahlen <EHEC> vs. <Ehec> bei faz.net.

Schon am vierten Tag der Berichterstattung dominierte <Ehec>. Eine kluge Wahl, wissen damit dann doch auch die Fernsehlosen, dass man das Ding nicht E-ha-e-ze ausspricht. (Nein, ich war nicht die einzige in meinem Umfeld!) Andere Medien halten an EHEC fest, so z.B. die ARD mit der Tagesschau.

SARS hingegen Den Rest des Beitrags lesen »


[Lesetipp] Voll eklich wg schule *stöhn*

1. März 2011

Bei der Zeit gibt es einen sehr schönen Artikel von Wolfgang Krischke zu schriftsprachlichen Fähigkeiten von Schülern, den ich nur empfehlen kann: “Voll eklich wg schule *stöhn*” (Die Kommentare zu lesen habe ich mich allerdings nicht getraut, aus Angst vor der Zu-meiner-Schulzeit-Fraktion.)

Von Christa Dürscheid, die darin vorkommt, habe ich letzte Woche bei der DGfS-Tagung übrigens einen interessanten Vortrag gehört, über Ergebnisse aus dem erwähnten SMS-Projekt. Das ist wirklich eine brillante Sache: Den Rest des Beitrags lesen »