[Call for Papers] Speculative Grammarian

23. März 2010

Trey Jones vom Speculative Grammarian hat mir eine charmante, personalisierte Massenmail geschickt und mich drum gebeten, ein bißchen für den Speculative Grammarian zu werben. Das mache ich natürlich gerne, verdanke ich ihm doch einen Magneten und indirekt auch einen der ersten (sehr minimalistischen – in der Alltagsbedeutung natürlich!) Schplock-Beiträge.

Der SpecGram ist eine erstklassige Zeitschrift für satirische Linguistik, ein, wie Jones sagt, bedauerlicherweise sehr vernachlässigtes Gebiet. Das bedeutet aber auch, dass man hier sehr leicht an eine Publikation kommen kann – gesucht werden nämlich

… satirical and humorous articles, poems, cartoons, ads, and all sorts of other material—and no field within or related to linguistics is off limits.

Und hier etwas elaborierter:

SpecGram is seeking witty, erudite papers in satirical linguistics that demonstrate a comprehensive knowledge of the field of linguistics as a whole, a subtle wit, and a refined sense of written language. Preference is given to material that rouses the passions (not that kind, you hussy) and evokes the intellectual delight of the editors and publishers.

However, as those kinds of papers are pretty hard to come by, SpecGram is accepting papers that are moderately clever, can be edited into some passable form, and don’t rely too heavily on bodily function humor.

[...]

Material written in a language with a passing similarity to English is, for practical reasons, handled more quickly, but is in no way preferred.

Vielleicht hat ja jemand von Euch was in einer Schublade liegen? Oder Lust, was zu schreiben?

Hier ein paar meiner Lieblingsartikel aus dem SpecGram:

Wenn Ihr auch SpecGram-Lieblingsartikel habt, postet die Links dazu in den Kommentaren und nehmt damit die einmaligen Chance wahr, eine auf der Rückseite handsignierte Visitenkarte des SpecGram-Herausgebers aus meiner hochkarätigen Sammlung von Memorabilia zu gewinnen (verkleinerte Darstellung rechts, Magnete nicht enthalten).


[Lesetipp] Interview mit dem Wortwart

10. März 2010

Matthias Heine hat für die FAS ein Interview mit Lothar Lemnitzer, dem Betreiber der Wortwarte, geführt. Insgesamt recht angenehme Fragen und meist sehr gründliche Antworten – ich finde es durchaus lesenswert.

Das zu Beginn erwähnte Buch “Hirndiebstahl im Sparadies” habe ich mir übrigens letztes Jahr gekauft, ich war aber nicht besonders angetan – das eigentlich Coole, nämlich die Wörter, werden durch die sehr bemühten Texte meiner Meinung nach verdorben. Ganz zu schweigen von den Illustrationen. Gesamturteil? Bahnhofsbuchhandlungsbuch. Hat vielleicht jemand Interesse dran?


[Veranstaltungstipp] Chomsky in Mainz

3. März 2010

Am 24. März kommt Noam Chomsky nach Mainz – im Rahmen einer Vorlesungsreihe, die dann das ganze Sommersemester über mit Angela Friederici stattfindet: “Sprache und Gehirn. Zur Sprachfähigkeit des Menschen”. Die Mainzer unter Euch werden’s sicher schon mitbekommen haben, aber vielleicht interessiert es ja auch Leute aus der Nähe.


[Videotipp] Affen, Kleinkinder und Kommunikation

22. Februar 2010

Sooo, ich bin schon mit einem Bein aus der Tür, denn morgen geht’s in aller Frühe zur DGfS-Jahrestagung nach Berlin. Juhu!!!
Damit euch in der Zwischenzeit nicht langweilig wird, gibt’s einen kleinen Videotipp (mit Dank an Memo).

Michael Tomasello, dem es sich immer zuzuhören lohnt, sprach 2006 in Paris in einer vierteiligen Vorlesungsreihe über Kommunikation und warum sie bei Menschen so anders ist als bei Menschenaffen. Technisch versierte Leute haben es aufgezeichnet und online gestellt. Naja, vielleicht nicht ganz so versiert, denn das erste Video hat leider eine ganz schlechte Klangqualität, das vierte ist auch nicht ganz so doll.

Es gibt viele lustige Videos von Affen und Kleinkindern und viele lehrreiche Erkenntnisse über die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen den beiden.

Hier geht’s zur Übersicht der Videos, hier finden sich auch noch kurze Inhaltsangaben.

Wer sich für das Thema zwar interessiert, aber dazu keine englischen Videos angucken mag, kann ja mal einen Blick in dieses (für Laien anspruchsvolle!) Buch werfen:

Michael Tomasello (1999): Die kulturelle Entwicklung des menschlichen Denkens. Aus dem Englischen übersetzt von Jürgen Schröder. Frankfurt a.M.: Suhrkamp.


									

[Surftipp] Sprachlog

4. Februar 2010

Den Umzug und die damit einhergehende Umbenennung des Bremer Sprachlogs will ich zum Anlass für einen schnellen Linktipp nehmen – wer das Bremer Sprachblog nicht kannte, der sollte jetzt auf jeden Fall das Sprachlog kennenlernen.

Anatol Stefanowitsch, Professor für Englische Sprachwissenschaft an der Uni Bremen, liefert seit ziemlich genau drei Jahren Hintergrundinformationen und Meinungen zu sprach(wissenschaft)lichen Themen. Die Auswahl ist mir manchmal etwas zu VDSlastig – skurrile Pressemitteilungen über die Zerstörung der deutschen Sprache durch Anglizismen zu sezieren hat sicher seine Berechtigung, aber mir persönlich gefallen die weniger kämpferischen Beiträge besser. Glücklicherweise sind davon auch eine ganze Menge vorhanden.

Was das Sprachlog zudem spannend macht, sind die Diskussionen in den Kommentaren – da gibt es einen richtigen Meinungsaustausch, der oft wirklich interessant zu lesen ist. (Jetzt mal davon abgesehen, dass viele Kommentatoren mittlerweile darauf konditioniert zu sein scheinen, bei jeder Gelegenheit Häme über den VDS auszuschütten.)

Wer noch nie im (Bremer) Sprach(b)log gelesen hat, dem möchte ich hier ein paar meiner Favoriten nahelegen:

  • Wortarten Teil 1 | Teil 2 – warum es nicht sinnvoll ist, Wortarten nach ihrer Semantik zu benennen (was Terminolog- und Pädagogisches)
  • Schneeschuhknüpfer und Alemannen – woher Volksbezeichnungen stammen können und wie Deutschland in anderen Sprachen heißt (was Etymologisches)
  • Schweizer und Deutsche machen Sinn – wie “Sinn haben” und “Sinn machen” in Deutschland und der Schweiz verteilt sind (was Korpuslinguist- und Statistisches)


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