Zwei Auswüchse

13. April 2011

Das Etymologiequiz ist vorbei und ich will ein paar der Wortpaare in den nächsten Tagen noch ein wenig näher beleuchten. Los geht’s mit dem Daumen und seinem Partnerwort …

Den Rest des Beitrags lesen »


Linguistisches Göttingen

27. Februar 2011

Dieses Jahr nur zwei visuelle Eindrücke von der DGfS-Tagung:

Nominativ Singular

Ein Kennzeichen, für das man umziehen könnte.

Prager Schule

90 Jahre nach der Weltpremiere jetzt auch in Göttingen!


Sprachkontakt im Deutschen? *gähn*

1. Februar 2011

Dieser Artikel ist ins neue Sprachlog umgezogen und ab sofort hier zu finden!


[Anglizismus des Jahres] Die App?

13. Januar 2011

Ich will euch ein wenig an meinen Überlegungen zum Anglizismus des Jahres teilhaben lassen. Dazu picke ich ein paar Kandidaten heraus und schaue, was sie so unternommen haben, um sich im Deutschen zu verbreiten. Beginnen will ich mit der App. Das Wort bezeichnet ein kleines, i.d.R. kostenpflichtiges (aber günstiges) Programm, meist für ein Handy, aber auch für den Computer. Disclaimer: Ich habe noch nie wissentlich eine App genutzt.

Die Bedeutung

app entstand als Kurzform für application ‘Anwendung’. Die englische Wikipedia leitet entsprechend auch von App auf Application software weiter, es gibt keine Differenzierung wie in der deutschen.  Entsprechend der allgemeinen Ausgangsbedeutung nennen frühe Texte das, was der App Store verkauft, auch meist Programm. In den Textbeispielen der ersten generischen Verwendungen (s.u.) finden sich als Quasi-Synonyme Progrämmchen, Handyerweiterungen und kleines Programm. Hier ist also schon eine semantische Verengung eingetreten, es geht nicht um irgendein Programm, sondern um ein kleines, das nicht zur Grundfunktion eines Handys oder Computers zählt (Erweiterung). Soweit ich das einschätzen kann, ist diese semantische Entwicklung nichts eigenständig Deutsches, sondern im Englischen passiert und dann mit dem Wort zusammen entlehnt worden. Den Rest des Beitrags lesen »


[Werkzeug] Ngram Viewer

20. Dezember 2010

Beim Language Log wurde ja schon ausführlich über das neuste Google-Spielzeug berichtet – man kann damit in einem Korpus, das einen Auszug aus GoogleBooks darstellt, nach Wörtern oder Wortketten suchen und sich ihren Häufigkeitsverlauf anzeigen lassen. Dabei wird die Gebrauchsfrequenz errechnet, indem das Gesuchte (das n-gram, wobei n für die Zahl der Wörter im Suchbefehl steht) durch die Gesamtwortzahl des entsprechenden Jahres geteilt wird.

Die Sache ist für uns aus vielen tausend Gründen problematisch: wilde Textsortenzusammensetzung des Korpus – aber für Englisch gibt es immerhin Unterkorpora wie Fiction, American English und British English –, die Korpusgröße variiert stark, d.h. Funde zu einem relativ frühen Zeitpunkt (z.B. 1800) schlagen stärker zu Buche als später (z.B. 2000), auch wenn normalisiert wurde, …

Messer, Gabel, …

Ein paar mögliche Probleme habe ich mal mit der Suche nach „Messer,Gabel,Löffel“ für 1900 bis 2000 durchgespielt. Man könnte hier den Eindruck erhalten, die Gabel trete am seltensten auf und das Messer sei enorm viel häufiger (alle Diagramme führen direkt zur entsprechenden Suchanfrage mit größeren Darstellungen):

Den Rest des Beitrags lesen »