Anglizismus des Jahres: Soll man adden adden?

22. Januar 2012

adden ist ein schwieriger Kandidat für den Anglizismus des Jahres 2011. Wie von vielen Seiten schnell bemerkt wurde, ist das Wort in gewissen Kreisen schon seit langem recht verbreitet – so zum Beispiel für das Hinzufügen von Kontakten bei ICQ (danke für den Hinweis, Katrin! Kennt und nutzt das noch wer? Und wann und wie ist das eigentlich aus meinem Leben verschwunden?).

Das Wort wurde auch letztes Jahr schon nominiert (hier), hat es dann aber nicht in die engere Auswahl geschafft. Allerdings hat meiner Erinnerung nach niemand eine gründliche Analyse dazu geschrieben und wer weiß, vielleicht hat sich seit damals ja auch einiges getan. Die diesjährige Nominierung ist hier zu finden.

Zunächst einmal muss

eine Begriffserklärung

her. Den Rest des Beitrags lesen »


Katalanische Wochen(tage)

27. September 2011

Anfang September war ich auf einer Konferenz in Barcelona, wo ja Katalanisch regionale Amtssprache ist, eine romanische Kleinsprache. Eine lustige Entdeckung für mich waren die katalanischen Wochentagsbezeichnungen, wie auf diesem Parkhausöffnungszeitenschild zu sehen:

In die richtige Reihenfolge gebracht und im Singular lauten sie: Den Rest des Beitrags lesen »


Schschschschschschschschschsch

22. Juli 2011

Beim Herumlesen in frühneuhochdeutschen Texten habe ich eine charmante Betrachtung über das Graphem <sch> gefunden:

In: Der Hochdeutsche Schlüszel Zur Schreibrichtigkeit oder Rechtschreibung (Leipzig, 1648)

Wann das (ch) auf ein (s) folget/so wird ein grobzischender Laut daraus/daß es fast seltzsam ist / wie doch solche drey Búchstaben sich zu der zischenden Stimme gefunden haben ; weil weder einer alleine/noch sie zusammen solchen Tón zugében vermögen : werden demnach ausgesprochen wie das Hebraische ש, als: erfrischen/&c.

Das <sch> ist ein sogenannter “Trigraph”: Man benutzt drei Buchstaben, um einen bedeutungsunterscheidenden Laut (“Phonem”) aufzuschreiben. Das heißt man schreibt z.B. <Sau>, aber <Schau>, dabei werden beide Wörter nur mit jeweils zwei Lauten (einem Frikativ und einem Diphthong) ausgesprochen: /za̯ʊ/ und /ʃa̯ʊ/. Ähnlich geht es mit <ch> (<Bach>, gesprochen /χ/) und <ng> (<hängen>, gesprochen /ŋ/).

Und, wie klug bemerkt, andere Schriftsysteme machen keine derartigen Umstände. Das hebräische Alphabet hat das z.B. <ש> (das allerdings sowohl als [s] als auch als [ʃ] ausgesprochen werden kann), das arabische das <> und das kyrillische das <ш>. Und auch das lateinische Alphabet kann man prima anpassen, wie zum Beispiel das Rumänische mit <ș> zeigt.

Der Autor wunderte sich über die seltsame Schreibpraxis, mit <s>, <c> und <h> einen Laut aufzuschreiben, der sich nicht aus den dreien zusammensetzt. Das ist aber gar kein so großes Hexenwerk – in Wirklichkeit reflektiert sie eine ältere Aussprache. Unser heutiger Laut /ʃ/ kommt durch zwei Lautwandelprozesse zustande: Den Rest des Beitrags lesen »


Jido Fister Filly

5. Juli 2011

Dieser Artikel ist ins neue Sprachlog umgezogen und ab sofort hier zu finden!


[Lesetipp] Fugen-s auf dem Vormarsch

19. Mai 2011

Heute mal ein Lesetipp in eigener Sache: Die Pressestelle der Uni Mainz hat eine, wie ich finde ganz gelungene, Pressemitteilung zu meinem Promotionsprojekt veröffentlicht. Wer sich also dafür interessiert, woran ich so arbeite, kann es hier nachlesen gehen.