[Schplock goes English] Last names in Germany

14. März 2011

This is a (slightly modified) translation of a text I wrote in January on the distribution of last names in Germany. It was requested by Petra and I hope it meets your expectations! My heartfelt thanks go to Robert for proofreading, all remaining errors are of course my own.

During the Christmas holidays I noticed once more how names can shape a region. When I’m travelling south, I realize that I’ve arrived home not only because the Alemannic dialect creeps into people’s speech but also because people are suddenly named Himmelsbach, Göppert and Ohnemus: Names that are, to my ear, deeply rooted in the region.

And sure enough: All of them can be shown to have the highest frequency in “my” or one of the neighboring districts (“Landkreise”). I then discovered an excellent strategy to find more of these last names: I scrolled through the facebook friends of my relatives. (And I got lots of ideas doing that – you could analyze public facebook profiles that specify the place of residence in order to created a city’s “name profile”. You could put more weight on names of high school students, because they tend to live were they were born. Major cities would have to be ignored because people move a lot, etc. However that research strategy might border on illegality and would set a rather bad example concerning privacy.)

So, what to do if you suspect that a last name is typical for a certain region? How can you localize it? Den Rest des Beitrags lesen »

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[Lesetipp] Voll eklich wg schule *stöhn*

1. März 2011

Bei der Zeit gibt es einen sehr schönen Artikel von Wolfgang Krischke zu schriftsprachlichen Fähigkeiten von Schülern, den ich nur empfehlen kann: “Voll eklich wg schule *stöhn*” (Die Kommentare zu lesen habe ich mich allerdings nicht getraut, aus Angst vor der Zu-meiner-Schulzeit-Fraktion.)

Von Christa Dürscheid, die darin vorkommt, habe ich letzte Woche bei der DGfS-Tagung übrigens einen interessanten Vortrag gehört, über Ergebnisse aus dem erwähnten SMS-Projekt. Das ist wirklich eine brillante Sache: Den Rest des Beitrags lesen »


[Linktipp] Keine Aufnahme der deutschen Sprache ins Grundgesetz

21. Januar 2011

Ich war mir erst nicht sicher, ob ich Anatol Stefanowitschs Petition gegen die Aufnahme der deutschen Sprache ins Grundgesetz mitzeichnen sollte. Ich fand die ganze Kampagne von BILD und VDS so albern, dass es mir unnötig erschien, denen noch weitere Aufmerksamkeit in Form von Gegenaktionen zukommen zu lassen.

Dann habe ich die Kommentare gelesen. Und eine Nacht drüber geschlafen. Heute morgen habe ich gleich als erstes unterschrieben.

Es ist skurril, krass, abartig und leider überhaupt nicht überraschend, wie sich die Befürworter der Deutsch-ins-GG-Aktion gebärden. Da haben wir, ganz typisch, den Verweis darauf, dass Anatol Stefanowitsch keinen deutschen Namen habe – was schon mal überhaupt keine Relevanz hat –, daraus resultierend dann der Schluss, dass er kein Deutscher sei, und daraus wird dann abgeleitet, dass er eh nichts zum Thema zu melden habe bzw. dass er ja dann inhärent “gegen” das Deutsche sei. Das kennt man. Bei der StuTS hat Prof. Wiese, die ja Untersuchungen zu Kiezdeutsch macht, von Drohmails erzählt, die sie bekommt. Ein Beispiel waren Aussagen wie “Sie haben zwar einen deutschen Namen, aber wahrscheinlich sind Sie …” und ähnliches. Ein deutscher Name scheint für solche Leute un-glaub-lich wichtig zu sein.

Dann gibt es die Leute, die die Verankerung im Grundgesetz nicht für eine rein symbolische Handlung halten, sondern für eine konkrete Handhabe, z.B. gegen Anglizismen, dagegen, dass Geschäfte ihre Produkte ausschließlich in einer Fremdsprache beschriften (was zumindest für Lebensmittel Unsinn ist), gegen die “Kreolisierung” des Deutschen, oder gar gegen den Sprachtod. Wie A.S. schon gründlich ausgeführt hat, ist das alles entweder absurd oder irrelevant.

Eine Verankerung des Deutschen im Grundgesetz definiert zudem noch lange nicht, was Deutsch eigentlich ist. Wie jede natürliche (und auch die meisten künstlichen) Sprache(n) verändert sich das Deutsche permanent. Meist sind dabei die Dinge, die in der Öffentlichkeit als sehr große Veränderungen wahrgenommen werden, eher irrelevant für das Sprachsystem (z.B. Rechtschreibreform). Aber egal welche Rolle sie für den Sprachwandel spielen: Er ist unaufhaltbar. Und warum sollte man ihn auch aufhalten wollen? Was ist denn so schlimm daran, dass sich eine Sprache verändert? Eine Sprache, die sich nicht mehr verändert, ist tot.

Und: Eine Sprache kann man nicht auf ihren Ausgangszustand zurückführen. Was wäre das denn? Für die Leute, die sich da ereifern, ist in der Regel das Deutsch ihrer Schulzeit das Maß aller Dinge. Bedenkt man aber, dass die alle ganz unterschiedlichen Alters sind, und dass sich auch schon vor langer Zeit Leute derart ereifert haben, wird langsam klar, dass man immer weiter zurückgehen müsste … ins Frühneuhochdeutsche, wo es noch gar keine Standardsprache gab, ins Mittelhochdeutsche, wo die Situation noch uneinheitlicher war, ins Althochdeutsche und dann … dann kommen die Sprachstufen, für die wir keine schriftlichen Quellen haben. Wird schwer, das zu sprechen. (Zumal, komm, schriftliche Quellen als Vorbild für gesprochene Sprache? Haha.)

Ich könnte mich noch weiter ereifern, aber das spare ich mir lieber. Meine Bitte: Schaut euch die Links an, bildet euch eine Meinung und entscheidet euch ganz bewusst, ob ihr die Petition mitzeichen wollt oder nicht. Ich habe es getan, unter anderen als bewusstes Statement gegen diesen ganzen Kommentarmüll.

[Update 25.1.2011: Suz hat einen sehr klugen Beitrag geschrieben, in dem sie die Argumente der Befürworter und Gegner von allen Seiten beleuchtet.]


[Anglizismus des Jahres] ausrollen?

18. Januar 2011

Dieser Artikel ist ins neue Sprachlog umgezogen und ab sofort hier zu finden!


[Anglizismus des Jahres] entfrienden/entfreunden?

17. Januar 2011

Heute beschäftige ich mich mit einem der Kandidaten, bei denen nicht das komplette Material entlehnt wurde, nämlich dem Doppelkandidaten entfrienden/entfreunden. Hier haben wir es mit einer Ableitung zu tun. Ihre Bedeutung würde ich ungefähr fassen als: ‘eine bei einem sozialen Netzwerk/Computerspiel/… bestehende Verknüpfung (“Freundschaft”) wieder auflösen’.

Vor man entfrienden kann, muss man frienden!

Will man diese Bildung untersuchen, dann muss man sich zunächst einmal anschauen, wie ihre Basis, also frienden/freunden, zustande kam, wie man sie in den folgenden Beispielen findet:

Noch mehr Leute hier, die ihre Eltern bei Facebook nicht gefriendet haben? (Quelle)

Ich hab so viele Leute gefriendet, wenn ich nicht mehrmals täglich die Frienslist lesen würde, käme ich gar nicht mehr hinterher! (Quelle)

Ella Lingens Gymnasium kann man nicht „frienden“ nur „liken“, oder? (Quelle)

Hab ein paar von euch gefreundet ,hoffe das ist ok! (Quelle)

Auffällig ist, dass hier meist das Partizip vorkommt, d.h. über die Handlung öfter in der Vergangenheit gesprochen wird. Mir selbst kommt der Infinitiv schon fast ungrammatisch vor. Den Rest des Beitrags lesen »