Hat tip to … & Stephen Fry

9. April 2009

Oft findet man am Ende eines englischsprachigen Blogeintrags die Wendung “Hat tip to NAME”. Sie dient dazu, darauf hinzuweisen, dass das Gepostete (Link, Video, Nachricht, Bild …) in einem anderen Blog gefunden wurde oder man einen Hinweis darauf per Mail/in den Kommentaren/… bekommen hat. Es ist also eine Art von Urheberhinweis, auch wenn er eher auf FinderInnen denn auf wirkliche UrheberInnen verweist. Oft wird der “Hat tip” aber auch einfach als Dank verwendet.

Ein paar Beispiele:

  • Für einen Comicstrip: “Hat tip to Greg Poulos. (Language Log)
  • Für eine technische Erklärung: “Hat tip to problogdesign.com for spelling this method out so clearly!” (Smitten Kitchen)
  • Für ein Foto: “Hat tip to Eric Kinzel” (Language Log)
  • Für eine Nachricht: “hat-tip Matt Wedel again (Tetrapod Zoology)
  • Für einen Aufsatz: “hat tip to Marilyn Martin” (Language Log)

Und woher kommt der Ausdruck? Vom Grüßen indem man einen Finger an die Hutkrempe legt. Von da aus ging’s wohl vom reinen Gruß zur Anerkennung zum Dank.

Und im Deutschen? Wir haben zwar Den Hut vor jemandem ziehen, aber das passt nicht wirklich auf solche Situationen, weil es einfach zu viel Ehrerbietung und Respekt ausdrückt. Soooo viel haben die HinweisgeberInnen jetzt auch nicht geleistet.

Bei Leserhinweisen lässt sich das meist recht gut regeln mit “Danke für den Link/Hinweis/… an NAME” o.ä.:

Was ist aber mit Hinweisen aus anderen Blogs, die man selbst gefunden hat – dafür kann man sich doch nicht wirklich bei der Person bedanken? Das klingt ja dann, als wäre sie aktiv auf einen zugekommen?

Ein bißchen Googlen zeigt, dass der Hat tip ganz gerne übernommen wird:

  • Hat tip to Neuroskeptic: Ein satirischer Seitenhieb auf die Verhaltensneurobiologie. (Varia & Eventualia)
  • Und Hat Tip an Christian Butterbach für den Hinweis auf diesen erfrischenden Post! (Eine neue Freiheit)

Eine etwas nüchterne Alternative habe ich auch gefunden, ganz ohne das dankende Element:

Leider ist es recht schwer, nach Hat tips zu googlen, die Hat tip nicht verwenden. Falls also jemand Hinweise hat … ich werde auch weiter ergänzen, falls ich noch andere Formulierungen finde.

So. Und wie kam ich drauf? Genau: Ich wollte ein Video posten, in dem Stephen Fry über Sprache spricht. (Mal wieder.) Und dabei nicht unterschlagen, dass ich es nicht selbst gefunden habe, sondern in der Linksammlung des Bremer Sprachblogs, wo es “Zetterberg” gepostet hat:

(Im vorhergehenden Teil geht’s um andere Dinge.)


Die Welt auf Schwäbisch

18. März 2009

Ich kriege ja alles immer erst um Jahre versetzt mit – aber vielleicht kennt’s doch jemand noch nicht:

Hier ne Übersicht und hier ein Video über das “Phänomen” (mit selten doofer Anmoderation).


Ken Lee und der Dadaismus einer Fremdsprache

12. Februar 2009

Wenn die Klausuren vorbei sind, gibt’s auch wieder wortreichere Einträge, versprochen.

Womit ich mich vom Lernen ablenke, kann man hier sehen:

Was mich vor allem fasziniert, ist die Einstellung zu Sprache, die dahinterstecken muss. Die Sängerin ist ja fest davon überzeugt, dass sie alles richtig singt – wahrscheinlich, weil sie es ihrer Meinung nach exakt so nachsingt, wie sie es gehört hat.
Dass das nicht reicht um verstanden zu werden, weil man immer mit den Ohren seiner Muttersprache hört, wurde ihr wohl erst später klar.


Droge Weihnachten und guten Putsch

19. Juni 2008

„How do you make that noise?“

30. März 2008

2008-03-30-makeba

Miriam Makeba spricht (u.a.) Xhosa, eine Bantusprache. Ja, genau, Alarmglocken: das sind die mit den Klicks (oder „Schnalzlauten“).
Klicks sind velare ingressive Plosive, und nachdem mir keine prägnante Beschreibung für Laien einfallen will, verweise ich auf eine Röntgenaufnahme. (Letztlich wird der Mundraum mit der Zunge zweimal verschlossen – einmal in Richtung Zähne, einmal in Richtung Luftröhre -, dadurch entsteht ein Unterdruck, der vordere Verschluss wird geöffnet, es strömt Luft von außen in den Mund ein … und es klickt.)
Klicks gibt es ausschließlich in Afrika, und Xhosa hat drei davon – hier kann man sie sich einzeln anhören: [|], [||] und [!].

Und jetzt endlich zum Auslöser des Eintrags: hier kann man sich anhören, was Makeba über Klicks sagt und – vor allem!! – wie sie sie singt.

Vielen Dank an Alyson für den Tipp :)