Blogspektrogramm (12)

Jaaa, schon wieder ein Blogspektrogramm im Schplock! Und zwar die Nummer 12. Ein ganzes Jahr voller Spektrogramme liegt jetzt also hinter uns, im Mai 2011 hat alles bei Anatol Stefanowitsch angefangen.

Derselbe schickt für den März seine Analyse der Schuldengrammatik ins Rennen. Wer’s verpasst hat: Keith Chen, ein Wirtschaftswissenschaftler, hat behauptet, ob man finanziell vorausdenke, hänge davon ab, welche sprachlichen Mittel zum Ausdruck von Zukunft man in seiner Muttersprache habe. Anatol liefert eine Zusammenfassung von Argumenten aus dem Language Log und eigene Gedanken, die die Untersuchung infrage stellen. Die Studie selbst kann einem übrigens ganz schön das Hirn verknoten. (Und Anatol auch, aber er tut es für einen guten Zweck.)

Wo wir grade bei Gegenwart und Zukunft sind: Woher das Wort Gegenwart kommt, erklärt Stephan Bopp bei Fragen Sie Dr. Bopp. Mit Warten hat es auf jeden Fall nichts zu tun ;)

Im Lexikographieblog hat Michael Mann Faust I untersucht – aber natürlich sprachwissenschaftlich, und zwar quantitativ. Nicht schlecht, das vierzehnthäufigste Wort ist Mephistopheles. Aber andererseits auch wieder wenig verwunderlich, wenn man bedenkt, dass bei so einem Theaterstück halt immer der Name der Rolle dastehen muss, wenn sie spricht. Unter den Wörtern, die nur einmal vorkommen, habe ich übrigens ein ganz großartiges entdeckt: den Ängstesprung. Erwartet hätte ich hier, wenn schon, einen Angstsprung. durchschmarutzen und eingeteufelt sind aber auch nicht übel!

Ich selbst habe im März ein Buch gelesen, darüber geschrieben und u.a. mit Leuten darüber diskutiert, die es nicht gelesen haben.

Außerdem gibt es in dieser Ausgabe auch noch drei externe Linktipps: Kilian Evang vom Texttheater empfiehlt einen Artikel vom Sprachnomaden, der eine altbekannte Sprache mit neuen Augen betrachtet, und zwar denen eines Feldforschers. Anatol empfiehlt den Eintrag Content im Neusprechblog, der mir in der ersten Hälfte nicht gefällt (zu viel persönlicher Geschmack und altbekannte Gedanken zu Anglizismen), in der zweiten dann aber zu einer scharfsinnigen Analyse wird und Michael empfiehlt im OxfordWords Blog den Eintrag digital (auf Englisch), dessen äußere Hülle es schon seit dem 15. Jahrhundert gibt, dessen Bedeutung sich aber stark verändert hat.

Geht hin und lest!

Alle bisherigen Blogspektrogramme im Überblick:

8 Antworten zu Blogspektrogramm (12)

  1. [...] Das Blogspektrogramm ist ein Jahr alt! Die zwölfte Ausgabe des Blogspektrogramms finden Sie diesen Monat in Kristins Sprachlog [ʃplɔk]. [...]

  2. [...] Monate Blogspektrogramm! Kristin präsentiert im Schplock die “Dezemberausgabe”, aber für den [...]

  3. [...] Content? Was bedeutete das Wort digital ursprünglich? Eilen Sie ins Schplock, lesen Sie das Blogspektrogramm #12, und es wird Ihnen geantwortet [...]

  4. [...] Ausgaben: Bloggspektrogramm 12 Blogspektrogramm 11 Blogspektrogramm 10 Blogspektrogramm 9 Blogspektrogramm 8 Blogspektrogramm 7 [...]

  5. [...] Ausgaben: Blogspektrogramm 13 Blogspektrogramm 12 Blogspektrogramm 11 Blogspektrogramm 10 Blogspektrogramm 9 Blogspektrogramm 8 Blogspektrogramm 7 [...]

  6. [...] Ausgaben: Blogspektrogramm 15 Blogspektrogramm 14 Blogspektrogramm 13 Blogspektrogramm 12 Blogspektrogramm 11 Blogspektrogramm 10 Blogspektrogramm 9 Blogspektrogramm 8 Blogspektrogramm 7 [...]

  7. Pompeius sagt:

    Der Linkt zur alten/neuen Sprache ist leider nicht mehr erreichbar. Kann man den Text noch irgendwo finden? Der war super.

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